Projekt Weinberg Halde Millich

Im Winter 2011 gingen Ines und ich zu einem Spaziergang auf die Millicher Halde. Mir fiel ein, dass früher zu Zeiten von Sophia – Jacoba dort von der Direktion ein Wein angebaut wurde. Also hielten wir Ausschau, ob noch irgendwo von den alten Weinreben was zu finden war. Nach einigem Suchen fanden wir sie, sehr versteckt unter viel Unkraut, die Weinstöcke, die wohl von den SJ-eigenen Gärtnerkolonnen angebaut wurden.

Beim Rückweg ging mir die Idee nicht mehr aus dem Kopf. Was wäre, wenn wir das wieder aufleben ließen und wieder Wein anbauen würden. Das wäre doch mal eine tolle Aktion, die meine Neugier weckte und auch für Hückelhoven wäre das doch sicherlich ein Gewinn. Welche Stadt im westlichen NRW hat das schon, einen kleinen Weinberg. Doch da ich Weinbau allenfalls aus der Theorie kenne und nicht wirklich weiß, was wann wie zu tun ist musste eine Hilfe her. Immer noch mit der fixen Idee im Kopf schrieb ich unseren deutschen Lieblings-Weinbauern an, Christian Peth vom Weingut Peth-Wetz aus dem Gebiet Rheinhessen.

Nach einigem Hin und Her von Fotos, Beschreibungen etc. war auch er von der Idee überzeugt, dass auf dieser Halde was besonderes enstehen könnte und willigte ein, uns bei der Umsetzung der Idee zu unterstützen.

Die erste Hürde war geschafft, ich hatte einen kompetenten Fachmann an meiner Seite und machte mich an den nächsten Schritt. Ich besuchte unseren Bürgermeister Bernd Jansen in der Stadtverwaltung und erläuterte ihm unseren Plan, auf der Halde wieder Wein anzubauen. Aufgeschlossen wie er ist erkannte er auch die Möglichkeiten, die sich da eröffneten und sagte uns seine Unterstützung zu. Zum Ende des Gesprächs überließ er mir sogar eine alte Flasche des “Millicher Fuchsbau”, die jetzt stolz in unserer Vitrine im Laden steht.

Doch jetzt haben wir die Behörden auf den Plan gerufen, die Kreisverwaltung Heinsberg duldet keinerlei Spritzmittel, sogar die, die im biologisch-dynamischen Weinbau gestattet sind und das hat auch seinen Grund. Es lebt ein seltener Schmetterling auf der Halde. Der Name des seltenen Exemplares ist “Spanische Flagge” oder auch “Russischer Bär”. Also haben wir versucht, mit der Behörde zu sprechen und Landrat Stephan Pusch hat seiner Behörde aufgetragen, sich nochmals kritisch damit auseinander zu setzen.

Das wurde auch getan und das Landesamt für Natur und Umwelt erstellte ein Gutachten und wir bekamen eine Ausnahmegenehmigung. Jetzt sind alle Hürden geschafft, wir können endlich beginnen.

Es gab viele freiwillige Helfer, die uns über das ganze Jahr immer wieder hilfreich zur Seite standen und ohne die wir sicherlich nicht so weit gekommen wären. Nach vielen Stunden harter Arbeit war dann auch das grosse Stück endlich gesäubert und die alten Weinstöcke frei gelegt. In weiteren fleissigen Stunden wurden neue Drähte gezogen, Setzlinge dazu gepflanzt und alle Restarbeiten soweit abgeschlossen, so dass wir nur noch Wässern und Beischneiden mussten.

Die Pflanzen sind gut angegangen, die Stöcke haben sich gut entwickelt. Leider hatten wir auch mit Vandalismus und Diebstahl zu tun. Seither haben wir 2013 einen Riesling Glückauf herausgebracht und auch einen 2015 Riesling Glückauf gibt es noch. Und wir haben im letzten Jahr den Bereich eingezäunt, damit wir dann in diesem Jahr hoffentlich eine komplette Ernte bekommen.

 

Pressestimmen:

Info Projekt Weinberg (RP)

Bericht RP vom 10.12.2011

Bericht Aachener Zeitung vom 03.01.2012

Bericht Onlinemagazin Industrieverband Agrar

Bericht RP vom 07.10.2015

Videoberichte:

Bericht der aktuellen Stunde Aachen

Bericht Sat1 vom 09.01.2012